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Das Seminar | Basel Erkenntniswissenschaft  und Sozialästhetik

(seit 1973)

«Das Seminar» wurde 1973 von Herbert Witzenmann (1905-1985) unter dem Namen "Seminar für Freie Jugendarbeit, Kunst und Sozialorganik" in Arlesheim (Schweiz) begründet. Dies als Möglichkeit der Fortführung seiner ihm übertragenen Leitungsaufgabe für die beiden Sektionen "Sektion für das Geistesstreben der Jugend" und "Sozialwissenschaftliche Sektion" an der "Freien Hochschule für Geisteswissenschaft" am Goetheanum.


Quelle: Bd.1  der "Dokumentation über Witzenmanns Tätigkeit im Vorstand am Goetheanum 1963-1988"  

«Ein neuer Weg zur Geisteswissenschaft Rudolf Steiners»

Aus der Einführung von Herbert Witzenmann in ein sozialästhetisches Studienjahr (1985)

  

"Bedürfen wir eines neuen Zuganges zum Werke Rudolf Steiners? Hat er nicht alles, wessen wir ermangeln, in überreicher Fülle vor uns ausgebreitet? Und harrt sein unerschöpfliches Werk nicht allein auf den empfangenden Dank aller, da es für jeden die Gabe bereithält, die ihn fördern kann?  ....

Wir befinden uns inmitten eines gewaltigen Veränderungsvorganges, der alle Bereiche des menschlichen Daseins ergreift. Man mag sich mit jener Neigung zum Selbstbetrug, der im Gewohnten zu verweilen begehrt, über das Ausmass des Umschwungs in der Oberschicht des Bewusstseins täuschen. Im Tiefenbereich der Stimmungen bleibt wohl kaum ein heutiger Mensch von der ungeheuren Woge unberührt, die eine neue Welt an das Ufer der Geschichte spülen will. Wir haben durch unser eigenes Verhalten einen Umsturz aller äusseren und inneren Bedingungen unseres Daseins über uns verhängt, angesichts dessen wir ohnmächtig sind, den Anspruch an Bewusstseinswandlung zu erfüllen, welchen das uns mit sich reissende Geschehen an uns richtet.
      Allein aus dieser welt- und bewusstseinsgeschichtlichen Situation heraus können wir den Zugang zum Werke Rudolf Steiners finden, soll uns dieses nicht die Zu- und Ausflucht in eine vergangene Welt, sondern den Fortschritt in eine künftige Welt bedeuten. Hieraus ergeben sich zwei Hauptbedingungen, deren jeder inne sein muss, der sich mit der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners nicht nur aus persönlichen Interessen und Interessen einer Gruppe, sondern im Interesse unserer Zivilisation und unseres sozialen Lebens verbinden will..."  Weiter lesen (über die beiden erwähnten Hauptbedingungen für die Vereinigung von aristotelischer und der platonischer Geistesströmung)


 

R.Steiner zum Gründerkreis des sog. "esoterischen Jugendkreises" 

(am 13.Okt.1922):

„ .. Im physischen Felde ist heute die ahrimanische Macht so stark, dass kein einzelnes menschliches Ich ihr gewachsen ist. Daher kann heute kein menschliches Ich dafür garantieren, dass es einen Entschluss, sofern er eine physische Tat betrifft, auch ausführen kann. Das Feld aber, auf dem Sie sich nun vorgenom-men haben, Taten zu tun, ist eines, zu dem die ahrimanische Macht keinen Zutritt hat. Daher ist die Durchführung dessen, was Sie sich hier vorgenommen haben, allein von Ihnen selber abhängig. Daher haben Sie hier die erste Gelegenheit, Taten in Freiheit zu tun, und somit die erste Gelegenheit, Treue zu üben.. “ 

GA 266/3, S.441

Herbert Witzenmann in einem Brief, Ostermontag 1984:

„ .. Wenn sich Menschen, ungestützt von instinktiver Gutartigkeit des Gemüts, aus vollbewusster Einsicht zu der geliebten Aufgabe eines Zusammenwirkens nach dem sozialen Hauptgesetz (d.h. ohne den Lohnempfang des eigenen Entwicklungsfortschritts, sondern aus einer auf Selbstversorgung verzich-tenden Hingabe an den mitmenschlichen Bedarf) zusammenschlössen, dann würde das Modernste und Zukunftträchtigste, das überhaupt möglich ist, geschehen. In dem Versuch, ein solches Zusammenwirken seiner Mitarbeiter und Teilnehmer anzuregen, liegt in m. Sicht die wichtigste Aufgabe des Seminars. Ich bin mir bewusst, wie wenig ich zu ihrer Lösung bisher beigetragen habe. Jedes Bemühen im Dienste dieser Aufgabe würde aber das Kleinod zum Aufleuchten bringen. (Dies ist das Wichtigste, das Christliche).."

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